"Mit neun Jahren überlebte Ich einen Flugzeugabsturz im Himalaja (Nepal), bei dem meine Mutter ums Leben kam. Nachdem ich zehn Tage lang von der Unglücksstelle bis nach Katmandu gewandert war, verbrachte ich den Rest meiner Kindheit bei meinem Vater, der inzwischen verstorbene Archäologe Richard Croft, dem Earl of Abbingdon.
Im Alter von 18 Jahren erbte ich nach dem Tod meines Vaters sämlichte Besitztümer der Familie Croft und wurde zur Countess of Abbingdon. Seitdem habe ich 17 archäologische Stätten von internationaler Bedeutung entdeckt.
Ich wurde als archäologisches Wunderkind und überschätzte Grabräuberin beschrieben - entscheidend ist hier, wen man fragt. Um meine Abenteuer ranken sich unzählige Gerüchte, die meist mit unerklärlichen oder schlichtweg unglaublichen Begebenheiten in Zusammenhang stehen. Ich selbst äußere mich nur selten zu meinen Abenteuern, ein Umstand, der mein Leben und meine Arbeit noch geheimnisvoller macht.
Nicht zuletzt deshalb stehe Ich immer wieder im Zentrum wilder Spekulationen und hitziger Debatten. Gleichermaßenwerde ich idealisiert und vergöttert, vielleicht bin ich eine der faszinierendsten und geheimnisvollsten Persönlichkeiten unserer Zeit."
Werdegang:
Lara zeigte sich schon früh als eigenwillige Individualistin, mit brillanten Leitungen in den Einzelsportarten. Noch in Gordonstoun beeindruckte sie beim Bergsteigen, Wassersport, Reiten und im Bogenschießen. Eine geborene Athletin, die früh eine Neigung für Feuerwaffen entwickelte, was allerdings von der Schulleitung nicht gerne gesehen wurde. Während ihrer Schulzeit in der Schweiz entwickelte sie diese Fähigkeiten weiter, indem sie sich Zugang zum Schießplatz der schweizerischen Bundesarmee verschaffte und dort als Naturtalent überzeugte und sich sogar für die Scharfschützen qualifizierte. Wenige Jahre später entdeckte sie ihr Interesse für schnelle Fahrzeuge und alle Arten des Extremsports, "um fit zu bleiben".
Als Tochter von Lord Henshingly Croft, war Lara an die Sicherheit einer aristokratischen Herkunft gewöhnt. Natürlich rebellierte sie gegen die vielen Einschränkungen ihrer gesellschaftlichen Umgebung. Bei ihren Wanderungen durch die schottischen Highlands von Gordonstoun, die sie 1984 erkundete, verstand sie zum ersten Mal, was ihr Freiheit bedeutete. Und noch jemand öffnete eine Tür für Lara: Sie entdeckte die Arbeiten von Professor Werner von Croy und hörte seine Vorlesungen über die Archäologie. Diese Vorträge hinterließen einen enormen Eindruck bei Lara. Seit jener Zeit interessiert sie sich für exotische Länder und Entdeckungsreisen.
Als Lara davon hörte, dass von Croy eine archäologische Expedition nach Asien plante, überzeugte sie ihre Eltern, sie dafür anzumelden. Von Croy akzeptierte seine junge Reisbegleiterin erst, als ihm zusätzliche finanzielle Mittel für die Expedition zugesagt wurden. Allerdings beeindruckte ihn auch der Enthusiasmus und die Energie der jungen Amazone. Es war offensichtlich, dass Lara sehr gut auf sich selbst aufpassen konnte und das ihre Teilnahme ein großer Schritt für sie sein würde. Die Reise sollte Laras gesamtes späteres Leben entscheidend beeinflussen. Die Welt der mysteriösen antiken Kunstwerke, die Fragmente untergegangener Kulturen, übten einen unwahrscheinlichen Reiz auf Lara aus. Die Gefahren der Expeditionen wurden danach zu ständigen Begleitern in Laras Leben. In den Jahren seit ihrer ersten Reise überlebte sie einen Flugzeugabsturz im Himalaya, bestand die lebensgefährlichen Prüfungen mysteriöser Kräfte und entkam lebend aus bewaffneten Auseinandersetzungen.
Lara erbte die Familien-Villa in Surrey und lebt seitdem dort allein. In dem großzügigen Haus befindet sich ein nach ihren Vorstellungen entworfener Trainingsparcours und ein Schießplatz. Dank ihrer einzigartigen physischen Konstitution wäre Lara durchaus in der Lage, einige athletische Weltrekorde zu brechen. Jedoch ist sie daran nicht weiter interessiert, denn einem athletischen Rekord fehlt eine ganz entscheidende Zutat: die Gefahr. Die riesigen Räume der Villa sind äußerst nützlich, um die zahlreichen archäologischen Funde unterzubringen. Natürlich bietet die Villa auch genügend Platz, für ihre Sammlung PS-starker Fahrzeuge. Alles, was auf zwei Rädern fährt und über 650 ccm besitzt, findet Eingang in die Sammlung. Zu ihren liebsten Maschinen gehören die Triumph Speed Triple und die Harley V-Rod. Neben der Anerkennung, die Lara durch ihre archäologischen Funde gewann, kann sie auch Rekorde in anderen Bereichen vorweisen. So hat sie auf dem gefährlichen "Alaska Highway", von Tierra del Fuego in Süd-Amerika, alle Rekordzeiten gebrochen. Als die Meldungen über Laras südamerikanischen Rekord um die Welt gingen, rümpften viele ihrer Bekannten aus der exquisiten englischen Sammler-Szene die Nase über Laras Eskapaden. Lara liebt diese kleinen Unberechenbarkeiten, jedoch entzieht sie sich geschickt der Aufmerksamkeit der Medien, sobald diese sich zu sehr auf ihre Aktivitäten als Tomb Raider konzentrieren.
Die vergangenen Ereignisse werfen einen Schatten auf Laras Leben. Sie galt als vermisst, man nahm sogar an, sie sei bei der letzten katastrophalen Ägypten-Expedition ums Leben gekommen. Lara lehnt es ab, Gerüchte zu kommentieren. Viele davon ranken sich um ihren angeblichen Aufenthalt bei mysteriösen nordafrikanischen Stämmen. Bekannt ist lediglich, dass sie seit jenen Erlebnissen völlig zurückgezogen auf dem Familiengut in Surrey lebt.